B-Mädchen belegen Platz zwei in Westfalen

Bei den Hallenwestfalenmeisterschaften in Ibbenbüren am vergangenen Wochenende nahmen wieder die besten dreißig U17-Juniorinnen-Mannschaften aus Westfalen teil. Besonders erfolgreich waren an diesem Wochenende auch unsere B-Juniorinnen, die es sogar bis ins Endspiel schafften und sich dort auch erst im Neunmeterschießen gegen die Warendorfer SU geschlagen geben mussten. Nach 12 Spielen, in denen kein Spiel nach der regulären Spielzeit verloren wurde, durften die Fortuna-Mädchen sich über den Vize-Hallenwestfalen-Titel freuen.

Zum zehnten Mal wurde das zweitägige Turnier in Ibbenbüren in diesem Jahr ausgetragen und zum neunten Mal in Folge waren die Freudenberger Juniorinnen mit dabei. Wie jedes Jahr waren die besten 30 Mannschaften für das Turnier qualifiziert. Die Vertreter aus Bundesliga, Regionalliga und Westfalenliga waren automatisch qualifiziert und die jeweils sechs bestplatzierten Bezirksligisten aus den drei Bezirksligen komplettierten das Teilnehmerfeld.

Aufgrund der langjährigen „Ibbenbüren“-Erfahrung war den Mädchen vor dem ersten Spiel bewusst wie wichtig das erste Spiel des Turniers für den weiteren Turnierverlauf sein würde. Dementsprechend nervös starteten sie in die Partie und nach einer Reihe von individuellen Fehlern im Aufbauspiel schaffte der Bezirksligist VfL Billerbeck auch den Führungstreffer, nachdem Torhüterin Lea Knipp der Ball durch die Hände geglitten war. In der Folgezeit waren unsere Mädchen dem Gegner aber spielerisch zu überlegen, als das die Nervosität noch den 3:1-Sieg hätte gefährden können. Im Vergleich zu den vielen Vorgänger-Jahren hatten die Mädchen also dieses Mal keinen unnötigen Punktverlust zu Turnierbeginn hinnehmen müssen, dem man später womöglich hätte hinterher trauern müssen.

Mit dem Sieg im Rücken fanden die Mädchen von Spiel zu Spiel besser ins Turnier. Nach einem 3:1-Sieg gegen RW Maaslingen stand die Partie gegen den Westfalenligisten und Mitfavoriten auf einen Viertelfinalplatz SSV Rhade auf dem Programm. Die Fortuna-Mädchen bewiesen tolle Moral und drehten einen 0:1-Rückstand nach Treffern von Louisa Saßmannshausen und Svenja Diehl noch zu einem 2:1-Sieg. Mit diesem wichtigen Erfolg wurde weiteres Selbstvertrauen gesammelt und mit zwei weiteren Siegen gegen SG Coesfeld (2:0) und TuS Wickede/Ruhr (3:0) schafften es die Mädchen punktverlustfrei und mit einem ordentlichen Vorsprung gemeinsam mit dem FSV Gütersloh an der Tabellenspitze den ersten Tag zu beenden. Nach dem alljährlichen Besuch in der Pizzeria schlüpften die Spielerinnen vorbildhaft relativ schnell in ihre Schlafsäcke um Kraft zu tanken für den anstrengenden zweiten Tag.

Bereits im ersten Spiel am Sonntag wartete wieder eine echte Herausforderung für die Fortuna-Mädchen, denn mit der DJK Arminia Ibbenbüren wartete nicht nur ein starker Westfalenligist auf sie, sondern eben auch der Gastgeber, der die Nacht in den eigenen Betten hatte verbringen können. Aber man merkte unseren Mädchen an, dass sie sich gut auf den zweiten Tag eingestellt hatten. Dreimal gingen sie in Führung. Zweimal konnte Ibenbüren jeweils ausgleichen, aber beim dritten Mal hatte der Gastgeber nichts mehr entgegen zu setzen und so blieb es beim 3:2.

Mit dieser Punkteausbeute im Rücken und Erfolgen gegen direkte Konkurrenten, war dies schon fast die halbe Miete für den Viertelfinaleinzug. Dementsprechend war es nicht verwunderlich, dass irgendwann mal der Patzer kommen musste. Im nächsten Spiel gegen den FFC Recklinghausen agierten die Gegner sehr geschickt und unsere Mädchen verstrickten sich zu häufig in Einzelaktionen. Sie spielten unüberlegt und hatten keine Geduld, so dass es der FFC relativ leicht hatte ein 1:1 zu erkämpfen.

Allerdings war es an diesem Wochenende eben diese herausragende Fähigkeit der Freudenbergerinnen aus Fehlern zu lernen und sich kontinuierlich in spielerischer wie auch in psychologischer Hinsicht zu steigern und zu verbessern, die am Ende dazu führte, dass die Mannschaft so erfolgreich war. Die Fehler wurden angesprochen und schon im nächsten Spiel gegen Waldesrand/Linden wurde mit dem 7:0-Sieg der Viertelfinaleinzug perfekt gemacht und wieder Selbstvertrauen für das letzte Gruppenspiel gesammelt.

Im letzten Spiel der Vorrunde war nämlich kein geringerer als der Bundesligatabellenführer FSV Gütersloh der Gegner. Und dieses Spiel war dann auch der Startschuss für unfassbar starke Leistungen unserer Mädels und ereignisreiche letzte Stunden in Ibbenbüren.

Gegen den FSV arbeiteten die Mädchen gut und schafften es Gütersloh im Spielaufbau schon bei der Ballannahme zu stören. Leider gelang dem FSV trotzdem der Führungstreffer, aber danach fanden unsere Mädels immer besser ins Spiel und trauten sich zu mehr mitzuspielen. Ein guter Angriff wurde dann auch prompt mit dem 1:1 durch Aileen Trottner belohnt. In der Folgezeit blieben auch die Freudenbergerinnen mit ihren Angriffen gefährlich und so konnte Gütersloh nach einem Ballverlust Laura Oerter nur noch per Trikotziehen aufhalten. 2:20 Minuten vor dem Ende kassierte Gütersloh so eine 2-Minutenstrafe. Im Nachhinein betrachtetet erzielten die Fortuna-Mädels anschließend den Führungstreffer durch erneut Aileen Trottner zu früh, den leider war ca. bei 1:30 Minuten noch genügend Zeit für den FSV den Ausgleich zu erzielen, was sie dann auch taten. Trotzdem war man aus Freudenberger Sicht mit dem Spiel mehr als zufrieden. Und den Zuschauern hatte das Team gezeigt, das auch Gütersloh an diesem Tag schlagbar war.

Als Tabellenzweiter zog man also nun ins Viertelfinale ein. Dort wartete mit dem VfL Bochum schon der zweite Bundesligist auf das Fortuna-Team. Wie schon gegen Rhade geriet man in Rückstand. Aber davon ließen sich unsere Mädchen nicht unterkriegen und drehten das Ergebnis auf 2:1. Zwei Minuten vor dem Ende erwischte allerdings Aileen Trottner ihre Gegenspielerin einen Moment zu spät, so dass der Schiedrichter sie mit einer Zwei-Minuten-Strafe vom Platz stellte. Mit unglaublichem Willen und Kampf retteten die drei Feldspielerinnen gemeinsam mit Torhüterin Alina Mack den Vorsprung über die Zeit.

Ähnlich hektisch und kurios verlief das Halbfinale gegen den FC Iserlohn, die sich mit einem knappen 1:0 im Viertelfinale gegen Concordia Flaesheim durchgesetzt hatten. Eigentlich hatten die Freudenbergerinnen auch dieses Spiel im Griff, aber einige Minuten vor dem Ende passierte leider der Moment, den jeder Fußballer gerne vermeiden würde. Ohne große Fremdeinwirkung brach Aylin Hikl in Bandennähe zusammen. Mit starken Schmerzen im Knie musste sie vom Platz getragen werden. (Spätere Diagnose: Kreuzbandriss) Auf diesem Wege wünschen wir dir, Aylin, alles Gute und einen guten Heilungsprozess!

Von dieser Auswechslung geschockt verloren die Freudenbergerinnen etwas die Ordnung, schafften es aber bis kurz vor dem Ende keinen Gegentreffer zu kassieren. Erst 5 Sekunden vor dem Ende drang Iserlohn doch in den Fortuna-Strafraum ein und wurde dort unsanft von den Freudenbergerinnen gestoppt. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß und die Zeit lief runter. Den Neunmeter durfte Iserlohn aber noch ausführen, aber Torhüterin Lea Knipp parierte den Schuss der FC-Akteurin und fischte den anschließend auf die Torlinie zurollenden Ball noch vor der Linie weg. Im folgenden Neunmeterschießen parierte sie zwei weitere Neunmeter, während alle Freudenbergerinnen ihre Neunmeter versenkten und somit stand man plötzlich im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft!

Das andere Halbfinale hatte Warendorf durch ein Eigentor von Gütersloh knapp mit 1:0 gewonnen und so kam es im Endspiel zum wiederholten Aufeinandertreffen mit der Warendorfer SU, die man in der Meisterschaftshinrunde mit 4:0 besiegt hatte.

Nach dem Einlaufen und der Vorstellung der Mannschaften begann die Partie vielversprechend für Freudenberg. Nach Vorarbeit von Lena Uebach brachte Laura Oerter die Fortuna 1:0 in Front. Danach hatte Warendorf nichts zu verlieren und kam besser ins Spiel. Mit einem Freistoß erzielten sie den Ausgleich und hatten in den folgenden Minuten die Chance zur Führung. Gegen Ende des Spiels kamen die Freudenberger Mädchen aber nochmal zurück und hatten durch Lena Uebach und kurz vor der Schlusssirene durch Aileen Trottner noch die Chance zum Siegtreffer. Es blieb aber beim 1:1 und darum musste erneut ein Neunmeterschießen entscheiden. Leider vergab gleich die erste Schützin den ersten Neunmeter für Freudenberg. Alle weiteren Schützinnen auf Warendorfer wie auch auf Freudenberger Seite verwandelten und so feierte am Ende Warendorf verdientermaßen einen tollen Erfolg.

Und wenn nach so einem knappen Endspiel die Enttäuschung erst mal noch groß war, so durften sich die Fortuna-Mädchen trotzdem über einen tollen Erfolg freuen. „Vor dem Turnier hatten wir darauf spekuliert vielleicht das erste Mal ins Viertelfinale zu kommen. Dass es am Ende bis ins Endspiel gereicht hatte, ist einfach nur ein unbeschreiblich tolles Erlebnis für die Mädchen und auch für uns!“ freute sich das Trainerteam Mareike und Sebastian Schirdewahn nach dem Turnier.

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